Die Orgel von St. Stephanus Heessen

 

Die Geschichte Heessens und der Kirche Kirche St. Stephanus lässt sich zurückverfolgen bis in das Jahr 975, der ersten urkundlichen Erwähnung als Erbgut des Bischofs Ludolf von Osnabrück. Die heutige Kirche geht zurück auf die Jahre 1873-76, als unter Dombaumeister Hertel aus Münster der stattliche neugotische Bau errichtet wurde, der erst in den Jahren 1932-35 seine ortsbildprägenden Doppeltürme mit je 42 Metern Höhe erhielt.

Am 6. November 1944 wurde St. Stephanus bei einem Luftangriff schwer getroffen, der Wiederaufbau konnte schon 1947 beginnen. Renovationen in den Jahren 1976 und 2013 gaben der Kirche ihr heutiges Gepräge als „Wegekirche“.

 

Nach Zerstörung und Wiederaufbau musste die Orgelgeschichte mit einer Interimsorgel der Firma Breil neu begonnen werden; dieselbe Firma lieferte 1962 eine Orgel mit 36 Registern verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv, Brustwerk und Pedal. Die Schleifladenorgel wurde vom fahrbaren, vollelektrischen Spieltisch bedient.

Im Zuge der Kirchenrenovation und Umgestaltung der Empore (Vergrößerung und Tieferlegung) erhielt die Hamburger Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath unter der Leitung von Holger Redlich und Rolf Miehl die Aufgabe, unter möglichster Verwendung von bestehendem Material eine neue Orgel zu erstellen, die dem romantischen Klangideal zugedacht ist. Hauptwerk und Pedal wurden nahezu vollständig übernommen, Mixturen neu zusammengestellt und das übrige Pfeifenwerk generalüberholt und neu intoniert. Das große Schwellwerk wurde komplett neu gebaut und vereint in sich das zar teste Pianissimo wie das schmetternde Fortissimo der (französischen) Trompetenchöre. Ebenso neu der Spieltisch mit 8000-facher Speichermöglichkeit von Registerkombinationen, der durch die elektrische und elektronische Steuerung auch noch für nachträgliche Erweiterungen des Instruments gerüstet ist.