Wenn ein erfahrener und weitgereister Orgelsachverständiger "seine" neue Orgel plant, dann darf man immer gespannt sein. So war das auch in Hamm mit der Goll-Orgel der Liebfrauenkirche, als nach weit über zehn Jahren des Überlegens, Planens und schließlich Bauens 2006 die Orgelweihe stattfinden konnte. Orgelbau aus einem Guß in Konsequenz: kein Diktat von zu übernehmendem Altmaterial, keine notwendige Rücksichtnahme auf Platz für Chor und Orchester (die finden vorne in der Kirche Raum) oder ein zu knapper Finanzrahmen zwangen zu Einschränkungen.

So klingen heute 52 Register mit unterschiedlichsten Vorbildern, ein kompletter französischer Zungenchor im Récit, drei unterschiedliche Cornett-Registrierungen und ein Contrabass 32´ , der auch zu spüren statt nur zu hören ist. Und so wird man auch über zehn Jahre nach der Weihe nicht müde, immer wieder neue Klangfarben zu probieren und zu hören.